Moin zusammen,
ich bin m, 33, verheiratet und Alleinverdiener.
Ich befinde mich seit 5 Monaten in der Verwaltung im ÖD. EG 9c Nds.
Der Einfachheit halber stelle ich Euch stichpunktartig auf, woher ich komme und worin ich mich befinde.
Background:
-Ehemaliger Hauptschüler
-Ausbildung im Handwerk
-Erweiterter Realschulabschluss
-Angestellter Geselle
-Fachabitur
-Bachelorstudium
-Quereinstieg Automobil-DL (mit Homeoffice, Gehalt -300 zu heute)
Momentan:
-In der Probezeit für noch einen weiteren Monat.
-Die Stelle wurde zuvor 30 Jahre von einer Person besetzt.
-Es fand keine Übergabe/Einarbeitung statt.
-One-Man-Show (kein Team mit mehreren Leuten wie z.B. in der Controlling-Abt. o.ä.).
-Bearbeitung unterschiedlichster Themengebiete (5 Stck.), die rein gar keinen Bezug zueinander haben.
-Altbau, es hallt und schallt und ist kalt + sitzt der Geschäftsführer im selben Haus.
-Es gibt nur eine Toilette pro Geschlecht.
-Hohe Gesamtmenge an Aufgaben und die Gleichzeitigkeit diese abzuarbeiten (Priorisierung sehr oft nicht möglich). Dadurch entstehen Flüchtigkeitsfehler und Unvollständigkeiten, vor allem weil es um fristgebundene Sachverhalte geht.
-HO nach Probezeit für 1x pro Woche wohl möglich.
-Zusätzlich QM/PM, also Prozessabläufe etc. gestalten, so ganz nebenbei.
-Servicetelefon, Diensthandy, Mailpostfach, Briefpost. Also viele Störfaktoren, die ein konzentriertes Abarbeiten nicht ermöglichen.
-Vorgesetzter hat keine Ahnung von der Bearbeitung/Herangehensweise der Aufgaben und kennt das Volumen nicht -> Einfach immer meinen Vorgänger machen lassen. Daher erhalte ich Anfragen von ihm, obwohl ich - genau andersherum - ihn fragen müsste.
-Reinstes Chaos vor allem bei Urlaubsvertretung und AU.
-Kollege macht was komplett anderes, unterstützt mich aber dankenswerter Weise, obwohl geringere EG als ich.
-Kollege hat ebenfalls ein Servicetelefon, wo ich natürlich rangehe, wenn er nicht da ist (ansonsten wird nämlich bei längerem Klingeln ein tönendes Signal an alle MA ausgegeben wo man im Display sehen kann, welcher MA angerufen wird).
-Zudem habe ich keinen Lead/TL sondern direkt den Abteilungsleiter als nächste Instanz, der wiederum jederzeit reinkommt und spontan Dinge abfragt, zu denen ich noch gar nichts weiß,
weil entweder noch nicht geschafft das Thema zu bearbeiten oder ich unwissend bin, weil es mir niemand gesagt hat.
-Mein Chef ist der Meinung, dass nach einem Monat alles besser wird :D Er ist halt motiviert und optimistisch, darf er aber eigentlich nicht sein, weil wie gesagt, er kennt das Doing etc. gar nicht.
Was ich mir gewünscht hätte (ich weiß, wir sind nicht bei wünsch-dir-was):
-Einarbeitung, also einen Experten/Paten zu haben, der mir Stück für Stück die Aufgabenbereiche erklärt und ich mich rantasten kann. Im VG hieß es, wir werfen niemanden in's kalte Wasser.
-Strukturierte Abarbeitung und Tragfähigkeit.
-In ein Team zu gelangen, wo man voneinander lernen und unterstützen kann.
-Öftere Homeoffice-Möglichkeiten.
Faktoren am Rande:
-Neuer Geschäftsführer -> Alle haben schiss entlassen zu werden, daher reagiert mein Chef auch abweisend ggü. zusätzlicher Besetzung.
-In der Vergangenheit ist nach meiner Recherche bereits sehr vieles verzögert bearbeitet worden, so dass es zu richterlichen Prozessen und generell Rückständen kam (während der Zeit meines Vorgängers).
-Der AG ist aufgrund von Bauvorhaben verschuldet.
Lösung?
Für mich habe ich entschieden, zur Not tatsächlich etwas anderes zu machen.
Also nach Möglichkeit zu wechseln, sobald sich etwas geeigneteres ergibt.
Gehaltstechnisch bin ich zufrieden.
Mich würde daher nur mal interessieren, wie die Stelle und die Gegebenheiten so auf euch wirken?Hattet ihr ähnliche Erfahrungen und wie seid ihr damit umgegangen?
Man muss sagen, dass ich tatsächlich jederzeit wieder als Handwerker arbeiten könnte (Selbstständigkeit) und ich würde mindestens genau so viel verdienen wie heute.
!!!ICH DANKE EUCH FÜR EURE ZEIT UND EUER INTERESSE!!! VIELEN LIEBEN DANK VORAB!