Ich habe mir vorhin den Thread zum österreichischen Arbeitsmarkt durchgelesen, in dem Leute schreiben, dass sie teilweise knapp 200 Bewerbungen rausschicken müssen, bis überhaupt irgendwas zurückkommt. Ehrlich gesagt macht mir das ziemlich Angst.
Mir ist schon klar, dass es weltweit gerade nicht easy ist, aber ich habe immer mehr das Gefühl, dass andere Länder aus dem Loch vielleicht wieder rauskommen, während wir in Österreich eher stecken bleiben. Wir haben extrem viel Bürokratie, alles ist träge und kompliziert, und politisch wirkt es für mich so, als würde man seit Jahren nur Symptome bekämpfen, aber nichts Grundlegendes anpacken.
Gleichzeitig liest man immer öfter von Offshoring, weil Arbeiten hier einfach zu teuer sind. Jobs wandern in Länder, in denen Unternehmen für dieselbe Leistung deutlich weniger zahlen. Dann siehst du Leute, die wirklich hunderte Bewerbungen schreiben und trotzdem fast nichts finden. Dazu kommt das Thema Demografie, also immer weniger Erwerbstätige, die immer mehr Pensionistinnen und Pensionisten finanzieren sollen.
Und da frage ich mich inzwischen echt, wie sich das realistisch noch bessern soll. Kann es in Österreich überhaupt wieder so etwas wie einen spürbaren Aufschwung geben, oder ist das Wunschdenken? Woher könnte der kommen, wenn wir gleichzeitig hohe Kosten, Bürokratie, politische Lähmung und die demografische Entwicklung am Rücken haben?
Vielleicht sehe ich das zu schwarz und mir fehlt einfach der Überblick. Gibt es Bereiche, in denen Österreich eurer Meinung nach trotzdem gut dasteht oder echte Chancen hat, die man leicht übersieht? Oder sagt ihr, die Sorgen sind berechtigt und man sollte sich eher darauf einstellen, dass es hier länger zäh bleibt?
Würde mich über ehrliche Einschätzungen freuen, gerade auch von Leuten, die das beruflich näher mitbekommen, aber natürlich auch von allen, die die Situation am eigenen Leib spüren.