Mein Sohn ist 16, ich 36. ich bin seit seiner Geburt Alleinerziehend.
ich entschuldige mich schon Mal im Vorraus für die Länge des Textes.
Seit sehr langer Zeit haben wir das Problem, dass er morgens nicht aufsteht und deswegen schon sehr oft zu spät in der Schule war.
Mittlerweile haben sich die Fehlzeiten so angehäuft dass die Lehrerin mir neulich gesagt hat, wenn es noch mehr werden, es auf eine Ordnungswidrigkeit hinausläuft. Zu seiner Situation : er ist Asperger- Autist (genau wie ich) und besucht eine Förderschule, wo recht locker mit sowas umgegangen wird , allerdings wünschte ich mir, es gäbe seitens der Schule irgendwelche Maßnahmen, damit ihm klar wird , dass es so nicht weitergehen kann.
Früher habe ich ihn immer geweckt und schon das war immer ein Kampf. Er hat seit einiger Zeit einen Schlüssel für seine Zimmertür , weil ihm seine Privatsphäre wichtig ist und ich verstehe und akzeptiere das, ich möchte ihm das auch nicht wegnehmen. Auch bevor er ihn hatte, war es schwierig.
Irgendwann hatten wir darüber dann ein Gespräch und er sagte, wenn ich ihn wecken würde, würde ihn das hemmen und unter Druck setzen, also haben wir besprochen, dass er es selbst schafft. Zwei Wochen hat das super geklappt und dann auf einmal nicht mehr.
Die Gründe dafür sind vielfältig : er hat schlecht geschlafen, das Handy mit dem Wecker war aus , er hat den Wecker nicht gehört , er wär nachts auf Toilette gewesen und konnte nicht mehr einschlafen , er hatte am Nachmittag davor zu viel geschlafen( er haut sich nach der Schule nochmal hin und schläft dann manchmal 4-5 Stunden )etc.
Ich verstehe, dass er in einer Entwicklungsphase ist und dass in dem Alter noch nicht alles perfekt klappen muss .... Aber ich krieche mittlerweile auf den Zahnfleisch, weil jeder morgen mit Stress beginnt.
Ich habe schon alles versucht. Wir haben einen normalen Wecker benutzt, ein Radio mit Zeitschaltuhr, ich habe ihn jeden Abend daran erinnert, sein Handy zu laden , was er dann auch gemacht hat, trotzdem war es dann am nächsten Tag auf magische Weise leer , Handy weggenommen, PC verboten, WLAN um 9 ausgeschaltet ,ihn um 9 ins Bett geschickt ( normalerweise geht er gegen 10 ins Bett ) ihm abends Melatonin gegeben, beim Arzt gewesen und zu guter Letzt habe ich ihm gestern dann deutlich gemacht, dass wenn es nicht klappt, er irgendwann in einem orangenen Strampelanzug Müll von der Straße aufsammeln muss, weil er eine Strafe vom Ordnungsamt bekommt und das abarbeiten muss, weil ich es nicht mache. Wir haben stundenlange Gespräche über Selbstständigkeit und darüber geführt , dass es mich emotional mürbe macht und dass er lernen muss , diese Verantwortung ernst zu nehmen und so weiter und so fort.
Er sieht das dann alles ein und am nächsten Tag ist alles wieder vergessen. Also habe ich gestern entschieden, dass ich ihn ab jetzt wieder wecke und was soll ich sagen : selbst das treibt mich wieder in den Wahnsinn. Ich klopfe, es kommt keine Antwort , ich klopfe nochmal , dann kommt "jaaa?" als ob mein Klopfen total überflüssig wäre , ich sage "guten Morgen, steh auf" , was ich weitere drei Male wiederhole bis er dann eine halbe Stunde später aufsteht und erstmal eine halbe Stunde im Bad verschwindet, wo ich absolut kein Geräusch höre . Nach 15 Minuten klopfe ich dann auch da und Frage , wie weit er ist, die Antwort ist " ich bin noch nicht fertig". Dann höre ich, wie er dann im Schnelldurchlauf alles macht , dann kommt er raus und setzt sich mit Kaffee aufs Bett und beschäftigt sich mit seinem Handy. Irgendwann ist es dann wieder so spät, dass ich wieder hingehen und ihm sagen muss, dass er langsam Mal losgehen sollte, was er quittiert mir " jaaa ich WEIẞ, dass ich gleich losmuss " und dann aber weiter sitzen bleibt bis es so spät ist, dass er wieder zu spät kommt. Sofern ich nicht die "nette Mama" beiseiteschiebe und hier rumschreie weil es mich schon wieder alles so aufregt.
Bitte helft mir , ich bin einfach komplett ratlos.
Soll ich ihn in sein Unglück rennen lassen? Lernt er es dann? Oder ihn unterstützen ? Ich weiß, dass er als Autist mehr Probleme mit sowas hat, ich kenne es selbst. Aber ich bin ja auch verantwortlich für ihn und seine Wohlergehen.... ich hasse dieses Gefühl zu wissen, dass weder antreiben noch selber machen lassen etwas bringt und dass trotzdem alles von mir alleine abhängt, weil weder die Schule noch irgendwer mich dabei unterstützt und er es scheinbar entweder einfach nicht hinkriegt oder nicht begreift, dass es seine Verantwortung ist.