Hallöchen
Ich möchte eine kleine Story über meinen Kater erzählen.
Er heißt Elmo und ist 5,5 Jahre alt. Wie man Anhand der Fotos sehen kann, ist er ein guter Elm. Ein kleiner Moppel. Ein El Momo.
Fressen ist seine allerliebste Beschäftigung, weshalb er mehrmals täglich nur kleine Häppchen bekommt und der rote Zweitkater, Sol, eine eigene, chipgesteuerten Futterschüssel hat. Dennoch habe ich das Gefühl, dass Elmo sein Futter nur ansehen muss, um zuzunehmen.
Meine Angehörigen meinen "Er hat nunmal einen anderen Körperbau", aber, na ja.
Jedenfalls rechnete ich schon fast damit, dass er später mal Diabetes entwickeln könnte. Später. So in 5-10 Jahren. Stattdessen bekam er nun Strovitkristalle.
Es fing schleichend an, dass er sich ungewöhnlich oft nach dem Klogang unten herum geleckt hat. Am Anfang dachte ich mir nichts dabei, doch nach ein paar Tagen schaute ich genauer hin und sah, dass sein, äh, Zipf entzündet war. Ich dachte sofort an eine Blasenentzündung und wusste aus Erfahrung, wie Schmerzhaft das ist.
Da ich meinem normalen Tierarzt in solchen Sachen nicht gaaanz traute, suchte ich eine spezielle Katzenpraxis auf, die auf Gadses spezialisiert sind – sie ist in rd. 15min Fußweg von mir zu erreichen, also war die Entscheidung schnell gefallen.
Elmo wurde untersucht, ein Ultraschall wurde gemacht (da war alles gut) und hat Medikamente zur Ansäuerung des Harns und zum Schutz der Blase bekommen, auch wurde mir gesagt, ich solle ihm Harn abzuluchsen und zur Untersuchung bringen. Das war am nächsten Tag nicht so einfach (ich hatte das Streu mit Dekosteinchen ausgetauscht, welche ich zuvor gut durchgespült hatte). Ich hatte es aber geschafft und konnte das noch warme Paket zur Untersuchung hinbringen.
Disgnose: Eindeutig Strovitkristalle.
Demnach solle ich die Medikation beibehalten.
...Leider war Elmo in der darauffolgenden Nacht nicht am Klo. Und auch am Morgen nicht. Er probierte es, tat aber nichts. Außer meckern.
Da schrillten meine Alarmglocken. Ich packte ihn gegen Mittag ein und eilte zur Katzenpraxis. Nun musste er Stationär bleiben, um seine Blase entleeren zu können... bereits da machte ich mir große Sorgen.
Ich erhielt gut zwei Stunden später einen Anruf: als sie ihm den Harn per Spritze abgenommen haben, ist Flüssigkeit in den Bauchraum ausgetreten und er hatte einen Kreislaufzusammenbruch erlitten. Sie eilten mit ihm unverzüglich zur großen Tierklinik, in der es urologische Experten gab. ...Ich heulte Rotz und Wasser. Fragte mich, was ich tun sollte, sollte Elmo nicht überleben. Malte mir die schlimmsten Szenarien aus.
Am späten Nachmittag erhielt ich den Anruf aus der Klinik, dass Elmo stabil ist, ihm jedoch ein Katheter gesetzt werden muss, damit die Entzündung abheilen kann.
Vier Tage musste er dort bleiben. Vier Tage mit Katheter, auf kleinsten Raum, mit lauter fremden Menschen. Ich leidete jede einzelne Stunde mit ihm. In der Nacht plagten mich Alpträume und untertags bemühte ich mich, Zweitkater Sol zu beschäftigen, da er ja jetzt alleine war.
Als ich ihn endlich abholen konnte, weinte er bitterlich. Er schmiegte sich ans Gitter der Transportbox und wollte definitiv nur noch nachhause.
Doch roch er anders. Nach Labor und Tierklinik. Und Sol erkannte ihn nicht mehr. Elmo war ein Eindringling geworden. Er machte es auch nicht besser, weil er Sol hinterher jagte. Ugh.
Ich musste sie trennen, was in einer Wohnung, in der es keine Tür zum Schlafzimmer gibt, nicht so einfach war.
Sols Rückzugsort wurde das Badezimmer, Elmos der Vorraum. Und ich war SO froh, mir beim Einzug vor vier Jahren eine faltbare Matratze gekauft zu haben. Denn auf ihr konnte ich im Vorraum bei Elmo schlafen, der nach all dem erlebten nicht alleine sein wollte.
Umgekehrt wollte auch Sol nicht alleine sein, weshalb er wieder in der ganzen Wohnung herum streunen durfte (außer dem Vorraum) und ich nach der ersten Nachthälfte zu ihm wechselte. Frühstücken durfte Elmo im Wohnzimmer, währenddessen musste Sol ins Badezimmer. Das ging gut drei Tage so.
Meine Eltern meinten "Lass sie einfach zusammen, sie machen das schon aus.", doch ich wusste, so läuft das nicht unter Katzen.
Ich bestellte mir ein Katzennetz, welches an der Tür zu befestigen ging und wartete sehnlichst auf seine Ankunft. Als es endlich ankam, baute ich es sofort auf und öffnete die Türe... gefauche. Aber auch Neugier.
Zwei Tage lang bekamen beide Kater ihr Futter nur mehr getrennt, aber sichtbar, beim Katzenetz. Und am dritten Tag... da konnte ich sie wieder zusammen lassen. Ich war so erleichtert.
Auch wenn ich gut vier weitere Tage Panikattacken in der Nacht hatte und davon wach wurde.
Schlusswort:
Es sind nun zwei Wochen vergangen und es geht Elmo gut! Er bekommt nachwievor seine Medikamente und wurde auf spezielles Futter umgestellt. Wir (also er und ich) arbeiten auch daran, dass er ein bisschen abspeckt.
Nächste Woche wird sein Harn nochmal untersucht.
Ich hoffe, dass er nie wieder so einen Alptraum erleben muss... doch für den Notfall habe ich jetzt das Katzennetz. Die zwei sind jedenfalls wieder ein Herz und eine Seele, so wie es vor dem Vorfall war. :')